Steuerbescheide — und der Vermögensverfall

Ein Ver­mö­gensver­fall liegt vor, wenn der Recht­san­walt in unge­ord­nete, schlechte finanzielle Ver­hält­nisse ger­at­en ist, die er in abse­hbar­er Zeit nicht ord­nen kann, und außer­stande ist, seinen Verpflich­tun­gen nachzukom­men. Beweisanze­ichen hier­für sind Schuldti­tel und Voll­streck­ungs­maß­nah­men, die sich gegen den Recht­san­walt richt­en1.

Steuerbescheide — und der Vermögensverfall

Gibt es Beweisanze­ichen wie offene Forderun­gen, Titel und Zwangsvoll­streck­ungs­maß­nah­men, welche den Schluss auf den Ein­tritt des Ver­mö­gensver­falls zulassen, kann der betrof­fene Recht­san­walt diesen Schluss nur dadurch entkräften, dass er umfassend dar­legt, welche Forderun­gen im maßge­blichen Zeit­punkt des Wider­rufs­beschei­des gegen ihn bestanden und wie er sie bezo­gen auf diesen Zeit­punkt zurück­führen oder ander­weit­ig reg­ulieren wollte2.

Im vor­liegen­den Fall kam es hin­sichtlich der Schulden auf die fest­ge­set­zten Steuern an. Der Bun­des­gericht­shof geht in ständi­ger Recht­sprechung von ein­er Tatbe­standswirkung der Titel und Zwangsvoll­streck­ungs­maß­nah­men aus3. Im Wider­rufsver­fahren nach § 14 Abs. 2 Nr. 7 BRAO wer­den Titel und Voll­streck­ungs­maß­nah­men nicht auf ihre inhaltliche und ver­fahren­srechtliche Richtigkeit über­prüft. Fehler sind in den jew­eils vorge­se­henen Ver­fahren gel­tend zu machen, nicht im Wider­rufsver­fahren.

Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 12. Dezem­ber 2018 — AnwZ (Brfg) 65/18

  1. BGH, Beschlüsse vom 08.12 2010 AnwZ (B) 119/09, NJW-RR 2011, 483 Rn. 12; vom 29.06.2011 AnwZ (Brfg) 11/10, BGHZ 190, 187 Rn. 4; vom 20.12 2013 AnwZ (Brfg) 40/13 4; vom 15.12 2017 AnwZ (Brfg) 11/17, Rn. 4; vom 29.05.2018 AnwZ (Brfg) 71/17 4 []
  2. BGH, Urteil vom 09.02.2015 AnwZ (Brfg) 51/13 14; Beschluss vom 29.05.2018 AnwZ (Brfg) 71/17 4 []
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 05.09.2016 AnwZ (Brfg) 39/15 16 mwN []