Zulassungswiderruf wegen Vermögensverfall — und die offenen Forderungen

Ste­ht der Ver­mö­gensver­fall des Recht­san­walts auf­grund der geset­zlichen Ver­mu­tung des § 14 Abs. 2 Nr. 7 Halb­satz 2 BRAO fest, muss er zur Wider­legung der Ver­mu­tung ein voll­ständi­ges und detail­liertes Verze­ich­nis sein­er Gläu­biger und Verbindlichkeit­en vor­legen und konkret dar­legen, dass seine Ver­mö­gensver­hält­nisse nach­haltig geord­net sind1.

Zulassungswiderruf wegen Vermögensverfall — und die offenen Forderungen

Lassen Indizien wie offene Forderun­gen, Titel und Voll­streck­ung­shand­lun­gen den Schluss auf einen Ver­mö­gensver­fall des Recht­san­walts zu, ist der Recht­san­walt kraft sein­er Mitwirkungslast gemäß § 32 Satz 1 BRAO, § 26 Abs. 2 VwVfG bere­its im Wider­rufsver­fahren gehal­ten darzule­gen, ob und wie er die gegen ihn gerichteten Forderun­gen tilgen kann2.

Von einem Ver­mö­gensver­fall kann in diesem Fall nur dann nicht mehr aus­ge­gan­gen wer­den, wenn der Recht­san­walt sich in Ver­gle­ichs- und Raten­zahlungsvere­in­barun­gen mit seinen Gläu­bigern zur raten­weisen Tilgung sein­er Verbindlichkeit­en verpflichtet hat, diesen Raten­zahlun­gen nachkommt und während­dessen keine (weit­eren) Voll­streck­ungs­maß­nah­men gegen ihn ein­geleit­et wer­den3.

Diese Voraus­set­zun­gen hat der Recht­san­walt auch dann darzule­gen, wenn es nicht um die Wider­legung der geset­zlichen Ver­mu­tung des § 14 Abs. 2 Nr. 7 Halb­satz 2 BRAO geht, son­dern um die Entkräf­tung eines Indizien­be­weis­es4.

Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 14. Feb­ru­ar 2017 — AnwZ (Brfg) 1/17

  1. vgl. etwa BGH, Beschluss vom 29.12 2016 — AnwZ (Brfg) 36/16, mwN []
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 06.02.2012 — AnwZ (Brfg) 42/11 []
  3. BGH, Beschluss vom 29.12 2016 — AnwZ (Brfg) 36/16 7 []
  4. vgl. etwa BGH, Beschluss vom 15.07.2015 — AnwZ (Brfg) 13/15 6 []