Die Fortbildungspflicht des Fachanwalts — und ihre verspätete Erfüllung

Fort­bil­dungsstun­den, die der Recht­san­walt nach Zustel­lung des Wider­rufs­beschei­ds absolviert hat, kön­nen sich auf die Recht­mäßigkeit des zuvor ergan­genen, auf der Ver­let­zung der Fort­bil­dungspflicht im abge­laufe­nen Jahr beruhen­den Wider­rufs der Erlaub zum Führen der Fachan­walts­beze­ich­nung nicht mehr auswirken.

Die Fortbildungspflicht des Fachanwalts — und ihre verspätete Erfüllung

Der Tatbe­stand der Nichter­fül­lung der Fort­bil­dungspflicht ste­ht mit Ablauf des Jahres fest1. Nach gefes­tigter Recht­sprechung des Bun­des­gericht­shofs Bun­des­gericht­shof­s­recht­sprechung hat die zuständi­ge Recht­san­walt­skam­mer zwar bei der Ausübung ihres pflicht­gemäßen Ermessens über die Wider­ruf­sentschei­dung gegebe­nen­falls auch nach Ablauf des maßge­blichen Kalen­der­jahres einge­tretene Umstände zu berück­sichti­gen2. Für Ereignisse, die erst nach Erlass des Beschei­des einge­treten sind, kann dies jedoch nicht gel­ten.

Soweit der Recht­san­wlt meint, die Recht­san­walt­skam­mer sei verpflichtet gewe­sen, eine aus­re­ichende Zahl von Fort­bil­dungsver­anstal­tun­gen anzu­bi­eten, trifft dies nicht zu. Wed­er die Bun­desrecht­san­walt­sor­d­nung noch die Fachan­walt­sor­d­nung sehen eine entsprechende Pflicht der Kam­mern vor.

Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 9. August 2016 — AnwZ (Brfg) 13/16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 08.04.2013 — AnwZ (Brfg) 16/12, NJW 2013, 2364 Rn. 10; Beschluss vom 05.05.2014 — AnwZ (Brfg) 76/13, AnwBl.2014, 755 Rn. 9 []
  2. BGH, Urteil vom 26.11.2012 — AnwZ (Brfg) 56/11, NJW 2013, 175 Rn. 8 f.; vom 08.04.2013 — AnwZ (Brfg) 16/12, NJW 2013, 2364 Rn. 10; Beschluss vom 05.05.2014 — AnwZ (Brfg) 76/13, AnwBl.2014, 755 Rn. 10 []