Die Fortbildungspflicht des Fachanwalts

Der Rechtsanwalt, der eine Fachanwaltsbezeichnung führt, weist damit das rechtsuchende Publikum auf Spezialkenntnisse hin, über welche er im Unterschied zu anderen Rechtsanwälten verfügt, die keine Fachanwaltsbezeichnung führen dürfen[1].

Die Fortbildungspflicht des Fachanwalts

Beim rechtsuchenden Publikum erweckt die Fachanwaltsbezeichnung die Erwartung besonderer, in einem formalisierten Verfahren nachgewiesener theoretischer und praktischer Kenntnisse[2].

Wissensprüfungen in anderen als den in § 15 FAO vorgeschriebenen Formen widersprächen der formalisierten Natur der Verleihung des Fachanwaltstitels.

Durch die strengen gesetzlichen und satzungsrechtlichen Vorgaben zum Erwerb und Erhalt der Fachanwaltsbezeichnung wird das im Interesse einer funktionierenden Rechtspflege liegende Vertrauen der Öffentlichkeit in die besondere Qualifikation der die Fachanwaltsbezeichnungen führenden Rechtsanwälte geschützt.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 18. Januar 2016 – AnwZ (Brfg) 42/15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 14.05.1990 – AnwZ (B) 4/90, BGHZ 111, 229, 231; Urteil vom 25.11.2013 – AnwZ (Brfg) 44/12, NJW-RR 2014, 751 Rn. 11; Beschluss vom 05.05.2014 – AnwZ (Brfg) 76/13, BRAK-Mitt.2014, 212 Rn. 8 mwN[]
  2. BVerfG, NJW 1992, 493; 1992, 816; 2007, 1945;2015, 394 Rn.19 mwN; BGH, Beschluss vom 05.05.2014 – AnwZ (Brfg) 76/13, BRAK-Mitt.2014, 212 Rn. 8[]