Die Fortbildungspflicht des Fachanwalts

Der Recht­san­walt, der eine Fachan­walts­beze­ich­nung führt, weist damit das recht­suchende Pub­likum auf Spezialken­nt­nisse hin, über welche er im Unter­schied zu anderen Recht­san­wäl­ten ver­fügt, die keine Fachan­walts­beze­ich­nung führen dür­fen1.

Die Fortbildungspflicht des Fachanwalts

Beim recht­suchen­den Pub­likum erweckt die Fachan­walts­beze­ich­nung die Erwartung beson­der­er, in einem for­mal­isierten Ver­fahren nachgewiesen­er the­o­retis­ch­er und prak­tis­ch­er Ken­nt­nisse2.

Wis­sensprü­fun­gen in anderen als den in § 15 FAO vorgeschriebe­nen For­men wider­sprächen der for­mal­isierten Natur der Ver­lei­hung des Fachan­walt­sti­tels.

Durch die stren­gen geset­zlichen und satzungsrechtlichen Vor­gaben zum Erwerb und Erhalt der Fachan­walts­beze­ich­nung wird das im Inter­esse ein­er funk­tion­ieren­den Recht­spflege liegende Ver­trauen der Öffentlichkeit in die beson­dere Qual­i­fika­tion der die Fachan­walts­beze­ich­nun­gen führen­den Recht­san­wälte geschützt.

Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 18. Jan­u­ar 2016 — AnwZ (Brfg) 42/15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 14.05.1990 — AnwZ (B) 4/90, BGHZ 111, 229, 231; Urteil vom 25.11.2013 — AnwZ (Brfg) 44/12, NJW-RR 2014, 751 Rn. 11; Beschluss vom 05.05.2014 — AnwZ (Brfg) 76/13, BRAK-Mitt.2014, 212 Rn. 8 mwN []
  2. BVer­fG, NJW 1992, 493; 1992, 816; 2007, 1945;2015, 394 Rn.19 mwN; BGH, Beschluss vom 05.05.2014 — AnwZ (Brfg) 76/13, BRAK-Mitt.2014, 212 Rn. 8 []