Bestechung oder Bestechlichkeit

Der Tatbestand der Bestechlichkeit oder der Bestechung zählt mit zum Korruptionsdelikt. In den vergangenen Jahren kam es immer öfter zu dem Verdacht der Bestechung oder Bestechlichkeit. Wann liegt eine Bestechung eigentlich vor? Und wie hoch fallen die Strafen bei einem solchen Tatbestand aus? Diese Fragen werden im nachfolgenden Beitrag erläutert.

Bestechung oder Bestechlichkeit

Was bedeutet Bestechlichkeit oder Bestechung?

Unter diese Bezeichnungen fallen im Strafrecht die Begriffe Vorteilsannahme, Bestechlichkeit, Bestechung und Vorteilsgewährung. Während die Bestechlichkeit vor allem Amtsträger oder Personen des öffentlichen Dienstes betreffen können, definiert sich die Vorteilsannahme und Bestechung noch etwas anders. Die Bestechung oder die Vorteilsannahme bezieht sich auf alle Personen, die Amtsträger oder Personen des öffentlichen Dienstes einen Vorteil versprechen.

Ein solcher Fall liegt beispielsweise vor, wenn eine Genehmigung beschleunigt wird, weil der Amtsträger einen Restaurantgutschein bekommt.

Der Unterschied zwischen der Bestechung und der Bestechlichkeit besteht in der Pflichtwidrigkeit bei der Diensthandlung. Eine Bestechlichkeit liegt beispielsweise vor, wenn man eine rechtswidrige Baugenehmigung bekommt.

Hinweis: Die Bestechung oder auch die Bestechlichkeit kann man natürlich auch im geschäftlichen Umfeld finden.

Was sind die Vorteile im Rahmen der Bestechlichkeit?

Wer an die Bestechlichkeit denkt, wird auch sofort an Geld denken. Doch damit ist nicht das gesamte Spektrum abgedeckt, welches sich in diesem Rahmen finden lässt. Denn die Bestechung kann tatsächlich jede Form der Leistung einbeziehen. Immer zu berücksichtigen ist, dass sich die Vorteile bei einer Bestechung immer an den Empfänger richten. Dieser muss einen privaten oder wirtschaftlichen Vorteil daraus ziehen können. Als materielle Vorteile kann man unter anderem Geld anbringen. Damit aber nicht genug, denn auch eine Darlehnsgewährung oder eine Bewilligung einer Nebeneinnahme sind in diesem Fall anzuführen.

Auch die Überlassung von Wohnraum kann mit zu diesen Vorteilen gehören. Immaterielle Vorteile werden oftmals vergessen. Hierzu gehören die Förderung der Karriere, die Überlassung von Ehrenämtern oder die Unterstützung in privaten Bereichen. Die Liste kann also sehr lang sein.

Wie sieht es bei den Zuwendungen von Geschäftspartnern aus. Diese sind so lange erlaubt, solange der Betrag recht gering ist und somit kein Verdacht einer Bestechung erfolgen kann.

Beispiel: Personen des öffentlichen Dienstes dürfen beispielsweise keine Geschenke annehmen, die den Wert von 10 Euro übersteigen. Diese strenge Form kann man im Geschäftsleben nicht finden.

Welche Strafen bestehen, wenn der Tatvorwurf „Bestechung“ ertönt

Wie hoch fallen die Strafen aus, wenn man sich mit dem Tatvorwurf beschäftigen muss. Bei besonders schweren Fällen kann man durchaus mit einer langjährigen Haftstrafe rechnen. Ein schwerer Fall liegt vor, wenn die Tat ein gewisses Ausmaß annimmt. Oder wenn die Vorteile eine besonders Wertigkeit einnehmen. Eine solche Tatsache liegt vor, wenn der Vorteil einen Wert von 50.000 Euro übersteigt.

Es müssen keine langen Haftstrafen auf Sie zukommen. Natürlich legt die Härte der Straftat auch immer auf die Bestrafung nieder. So kann durchaus eine Freiheitsstrafe auf Bewährung erfolgen oder eine höhere Geldstrafe. Hierzu sollten Sie sich mit einem Anwalt unterhalten.

Wohin sollte ich mich wenden, wenn dieser Tatbestand besteht

Sollte bei Ihnen der Verdacht auf Bestechung oder der Bestechlichkeit vorliegen, dann sollten Sie sich an einen guten Anwalt wenden. In diesem Fall brauchen Sie einen Ansprechpartner, der sich mit Korruptionsdelikten gut auskennt. Wichtig für Sie ist, dass Sie keine Aussagen tätigen, ohne vorher mit Ihrem Anwalt gesprochen zu haben. Geben Sie Ihrem Anwalt die Möglichkeit, die Akteneinsicht zu erlangen und sprechen Sie mit ihm über das weitere Vorgehen.

Sollten Sie jetzt schon Frage haben, dann wenden Sie sich bereits jetzt an einen Anwalt und nutzen Sie eine Beratungsstunde.

Bildnachweis:

  • Anwalt: Mohamed Hassan