Rechts­an­walt als Arbeit­ge­ber

Damit ein frist­ge­bun­de­ner Schrift­satz recht­zei­tig gefer­tigt wird und fris­t­wah­rend beim zustän­di­gen Gericht ein­geht, muss ein Rechts­an­walt die dafür erfor­der­li­chen orga­ni­sa­to­ri­schen Vor­keh­run­gen tref­fen. Bei einer Über­mitt­lung von Schrift­sät­zen per Fax gehört zur Aus­gangs­kon­trol­le eine Über­prü­fung und ein Abgleich der Sen­de­be­rich­te [1]. Einem Aus­zu­bil­den­den darf die Fax­über­mitt­lung nur über­tra­gen wer­den, wenn er mit die­ser Tätig­keit ver­traut ist und es kei­ne Bean­stan­dun­gen bei regel­mä­ßi­gen Kon­trol­len gege­ben hat [2].

Rechts­an­walt als Arbeit­ge­ber

Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs hat der Anwalt sein Mög­lichs­tes zu tun, um Feh­ler­quel­len bei der Ein­tra­gung und Behand­lung von Fris­ten aus­zu­schlie­ßen [3]. So müs­sen alle orga­ni­sa­to­ri­schen Maß­nah­men der­art beschaf­fen sein, dass auch bei uner­war­te­ten Stö­run­gen des Geschäfts­ab­laufs, etwa durch Über­las­tung oder Erkran­kung der zustän­di­gen Ange­stell­ten, Ver­zö­ge­run­gen der anwalt­li­chen Bear­bei­tung oder ähn­li­che Umstän­de, die Ein­hal­tung der anste­hen­den Frist gewähr­leis­tet ist [4]. Kommt es zu Stö­run­gen in der Büro­or­ga­ni­sa­ti­on wie z.B. ein Ser­ver­aus­fall, muss der Rechts­an­walt sicher­stel­len, dass sei­ne Ange­stell­ten ihre Auf­ga­ben auch dann zuver­läs­sig erfül­len, wenn das zur Fris­ten­kon­trol­le ein­ge­rich­te­te Sys­tem nicht zuver­läs­sig funk­tio­niert [3].

Also ist ein Rechts­an­walt – der nicht als „Ein­zel­kämp­fer“ arbei­tet – auf ein gut funk­tio­nie­ren­des Büro mit kom­pe­ten­ten Mit­ar­bei­tern ange­wie­sen. Nicht nur sei­ne beruf­li­chen Fähig­kei­ten son­dern auch sei­ne Qua­li­tä­ten als Arbeit­ge­ber kön­nen auf der Suche nach neu­en Mit­ar­bei­tern aus­schlag­ge­bend sein. Eine Metho­de, an bes­ser qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal zu gelan­gen, ist das Employ­er Bran­ding. Hier wird durch die Bil­dung einer Arbeit­ge­ber­mar­ke nicht nur höher qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal rekru­tiert, son­dern auch die Wahr­neh­mung einer Fir­ma als Arbeit­ge­ber im Arbeits­markt ver­bes­sert. Es soll eine glaub­wür­di­ge, auten­ti­sche und nicht zuletzt attrak­ti­ve Arbeit­ge­ber­mar­ke ent­wi­ckelt wer­den, die sich posi­tiv auf die Unter­neh­mens­mar­ke aus­wirkt.

Im Rah­men von einem Employ­er Bran­ding Work­shop kann ein Rechts­an­walt neben der Gewin­nung neu­er Mit­ar­bei­ter auch die Ent­wick­lung der vor­han­de­nen Mit­ar­bei­ter beein­flus­sen. Durch Auf­zei­gen neu­er Arbeits­mög­lich­kei­ten inner­halb der Büro­or­ga­ni­sa­ti­on und Kar­rie­re- und Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten fin­det eine Mit­ar­bei­ter­bin­dung an die Rechts­an­walts­kanz­lei statt. Auch die Gestal­tung des Arbeits­um­fel­des, die Unter­neh­mens­kul­tur und die Work-Life-Balan­ce spie­len beim Employ­er Bran­ding Work­shop eine Rol­le. Gera­de durch die diver­sen Sozia­len Medi­en wird die Wahr­neh­mung einer Fir­ma beein­flusst. Dar­über hin­aus tra­gen zahl­rei­che Bewer­tungs­por­ta­le und Image-Bewer­tun­gen zu einer posi­ti­ven Arbeit­ge­ber­mar­ke bei. Wel­che Maß­nah­men am Häu­figs­ten bezüg­lich Employ­er Bran­ding durch­ge­führt wer­den, kann man die­ser Sta­tis­tik ent­neh­men.

Ein Work­shop kann sowohl in den Unter­neh­mens­räum­lich­kei­ten als auch an gezielt aus­ge­such­ten Orten statt­fin­den. Ent­spre­chend dem ver­ein­bar­ten Bud­get lebt der Work­shop vom akti­ven Mit­ma­chen und ist auf die jewei­li­ge Fir­ma indi­vi­du­ell zuge­schnit­ten. Folg­lich kann das Erlern­te direkt im Unter­neh­men in die Pra­xis umge­setzt wer­den.

  1. BGH, Beschluss vom 28.01.2016 – III ZB 110/​15[]
  2. BGH, Beschluss vom 12.09.2013 – III ZB 7/​13[]
  3. BGH, Beschluss vom 27.01.2015 – II ZB 23/​13[][]
  4. BGH, Beschluss vom 22.06.2010 – VIII ZB 12/​10 ; Beschluss vom 13.07.2010 – VI ZB 1/​10[]