Anwaltsregress nach einem verlorenen Prozess

Wird der Schaden aus dem Ver­lust eines Rechtsstre­its gel­tend gemacht, so ist im Regressver­fahren selb­ständig darüber zu entschei­den, wie der Vor­prozess richtig zu entschei­den gewe­sen wäre1. Bei der Beant­wor­tung von Fra­gen, die der Kon­trolle ein­er anderen Gerichts­barkeit als der Ziviljus­tiz unter­ste­hen, hat sich das zuständi­ge Regress­gericht an der dort gel­tenden höch­strichter­lichen Recht­sprechung auszuricht­en2.

Anwaltsregress nach einem verlorenen Prozess

Die rechtliche Würdi­gung des Prozessstoffes ist Sache des Prozess­gerichts. Aus Art. 103 Abs. 1 GG fol­gt nicht die Pflicht des Gerichts, der von ein­er Prozess­partei vertrete­nen Recht­san­sicht oder Würdi­gung des Ver­fahrensstoffes zu fol­gen3.

Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 27. Sep­tem­ber 2012 — IX ZR 171/10

  1. BGH, Urteil vom 15.11.2007 — IX ZR 44/04, BGHZ 174, 205 Rn. 9 mwN []
  2. BGH, Beschluss vom 05.03.2009 — IX ZR 90/06, NJW 2009, 1422 Rn. 3; vom 11.05.2010 — IX ZR 80/07, GI aktuell 2010, 186 mwN []
  3. BGH, Beschluss vom 19.05.2011 — IX ZB 214/10, WM 2011, 1087 Rn. 13 []