Fristenkontrolle — und die Pflicht des Rechtsanwalts zur Gegenkontrolle

Wird dem Recht­san­walt die Sache im Zusam­men­hang mit ein­er frist­ge­bun­de­nen Ver­fahren­shand­lung zur Bear­beitung vorgelegt, hat er die Ein­hal­tung sein­er Anweisun­gen zur Berech­nung und Notierung laufend­er Rechtsmit­tel­fris­ten ein­schließlich deren Ein­tra­gung in den Fris­tenkalen­der eigen­ver­ant­wortlich zu prüfen1.

Fristenkontrolle — und die Pflicht des Rechtsanwalts zur Gegenkontrolle

In diesem Fall obliegt es dem Prozess­bevollmächtigten, sich der Akte mit beson­der­er Sorgfalt anzunehmen und sich erforder­lichen­falls durch Ein­sicht in die Akte selb­st Gewis­sheit über den Ablauf der Frist zu ver­schaf­fen2.

Zu den zur Ermöglichung ein­er Gegenkon­trolle erforder­lichen Vorkehrun­gen im Rah­men der Fris­tenkon­trolle gehört ins­beson­dere, dass die Rechtsmit­tel­fris­ten in der Han­dak­te notiert wer­den und die Han­dak­te durch entsprechende Erledi­gungsver­merke oder auf son­stige Weise erken­nen lässt, dass die Fris­ten in den Fris­tenkalen­der einge­tra­gen wor­den sind3.

Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 8. Juli 2014 — II ZB 17/13

  1. ständi­ge Recht­sprechung, vgl. BGH, Beschluss vom 15.01.2014 — XII ZB 257/13, WM 2014, 430 Rn. 10; Beschluss vom 15.01.2014 — XII ZB 431/13, WM 2014, 431 Rn. 8 []
  2. BGH, Beschluss vom 18.02.2014 — XI ZB 12/13, WM 2014, 506 Rn. 7 []
  3. BGH, Beschluss vom 26.11.2013 — II ZB 13/12, WM 2014, 424 Rn. 9 []