Schadensersatzansprüche wegen unklarer Vertragsgestaltung — und ihre Verjährung

Man­i­festiert sich die Pflichtver­let­zung in ein­er unklaren Ver­trags­gestal­tung, so entste­ht der Schaden, sobald der Ver­trags­geg­n­er aus dem Ver­trag Rechte gegen seinen Ver­tragspart­ner her­leit­et1.

Schadensersatzansprüche wegen unklarer Vertragsgestaltung — und ihre Verjährung

Der aus einem bes­timmten Ver­hal­ten erwach­sende Schaden ist in der Regel als ein Ganzes aufz­u­fassen. Es gilt daher eine ein­heitliche Ver­jährungs­frist, wenn schon beim Auftreten des ersten Schadens bei ver­ständi­ger Würdi­gung mit weit­eren wirtschaftlichen Nachteilen gerech­net wer­den kann2.

Nach diesen Grund­sätzen der Schaden­sein­heit, an denen weit­er festzuhal­ten ist3, begann daher im hier entsch­iede­nen die Ver­jährungs­frist mit der erst­ma­li­gen Inanspruch­nahme der Man­dan­tin durch Anleger für sämtliche Folgeschä­den zu laufen.

Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 15. Novem­ber 2018 — IX ZR 76/18

  1. BGH, Urteil vom 19.05.2009 — IX ZR 43/08, WM 2009, 1376 Rn. 28 []
  2. BGH, Urteil vom 23.04.2015 — IX ZR 176/12, WM 2015, 2064 Rn.20 []
  3. vgl. kür­zlich BGH, Urteil vom 26.07.2018 — I ZR 274/16, WM 2018, 1591 Rn. 26 []