Schadensersatzansprüche gegen Rechtsanwälte — und ihre Verjährung

Ansprüche gegen Recht­san­wälte ver­jähren seit Aufhe­bung des § 51b BRAO durch Gesetz vom 09.12 20041 mit Wirkung vom 15.12 2004 nach den all­ge­meinen Ver­jährungsvorschriften der §§ 194 ff BGB.

Schadensersatzansprüche gegen Rechtsanwälte — und ihre Verjährung

Danach ver­jährt der Regres­sanspruch des Man­dan­ten nach § 195 BGB in drei Jahren mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch ent­standen ist (§ 199 Abs. 1 Nr. 1 BGB) und der Man­dant von der Per­son des Schuld­ners und von den — den Anspruch begrün­den­den — Umstän­den Ken­nt­nis erlangt oder ohne grobe Fahrläs­sigkeit erlan­gen müsste (§ 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB)2.

Für die Entste­hung des Schadens genügt es, dass der Schaden wenig­stens dem Grunde nach erwach­sen ist, mag auch seine Höhe noch nicht bez­if­fert wer­den kön­nen3.

Eine Ken­nt­nis oder grobe fahrläs­sige Unken­nt­nis der den Anspruch begrün­den­den Umstände im Sinne des § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB liegen im Fall der Anwalt­shaf­tung nicht schon dann vor, wenn dem Man­dan­ten Umstände bekan­nt wer­den, nach denen zu seinen Las­ten ein Rechtsver­lust einge­treten ist. Vielmehr muss er Ken­nt­nis von solchen Tat­sachen erlan­gen, aus denen sich für ihn — zumal wenn er juris­tis­ch­er Laie ist — ergibt, dass der Rechts­ber­ater von dem üblichen rechtlichen Vorge­hen abgewichen oder Maß­nah­men nicht ein­geleit­et hat, die aus rechtlich­er Sicht zur Ver­mei­dung eines Schadens erforder­lich waren.

Nicht die anwaltliche Beratung, son­dern erst der Pflicht­en­ver­stoß des Rechts­ber­aters begrün­det den gegen ihn gerichteten Regres­sanspruch4.

Bun­des­gericht­shof, Urteil vom 15. Dezem­ber 2016 — IX ZR 58/16

  1. BGBl. I S. 3214 []
  2. vgl. BGH, Urteil vom 06.02.2014 — IX ZR 245/12, BGHZ 200, 172 Rn. 8 f []
  3. vgl. BGH, Urteil vom 25.04.2013 — IX ZR 65/12, WM 2013, 1081 Rn. 10 []
  4. BGH, Urteil vom 06.02.2014 — IX ZR 245/12, BGHZ 200, 172 Rn. 15 []