Mandatierung aufgrund der Direktwerbung eines Dritten

Nach §43b BRAO ist dem Recht­san­walt Wer­bung nur erlaubt, soweit sie über die beru­fliche Tätigkeit in Form und Inhalt sach­lich unter­richtet und nicht auf die Erteilung eines Auf­trags im Einzelfall gerichtet ist.

Mandatierung aufgrund der Direktwerbung eines Dritten

Die Gren­ze zur unzuläs­si­gen Man­datswer­bung über­schre­it­et der Anwalt dann, wenn er sich mit­tels eines Rund­schreibens an einen Per­so­n­enkreis wen­det, von dem er annimmt, dass er einen akuten Beratungs­be­darf hat (z.B. namentlich benan­nte Kap­i­ta­lan­leger), und dabei auf einen Sachver­halt abhebt, der die Ein­schal­tung eines Anwalts als notwendig oder zweck­mäßig erscheinen lässt1.

Die Wer­bung durch einen Drit­ten muss sich der Anwalt nur zurech­nen lassen, wenn er dessen Ver­hal­ten ver­an­lasst oder aktiv daran mit­gewirkt hat2.

Bun­des­gericht­shof, Urteil vom 30. Okto­ber 2014 — III ZR 493/13

  1. vgl. Böhn­lein in Feuerich/Weyland, BRAO, 8. Aufl., § 43b Rn. 31; Henssler/Prütting, BRAO, 4. Aufl., § 43b Rn. 43 []
  2. Henssler/Prütting aaO Rn. 45 f []