Fristwahrung per Computerfax

Durch ein Com­put­er­fax kann die Beru­fung in der geset­zlichen Form nach § 519 Abs. 4 ZPO in Verbindung mit § 130 Nr. 6 ZPO ein­gelegt wer­den.

Fristwahrung per Computerfax

Wird ein bes­tim­mender Schrift­satz mit Com­put­er­fax über­sandt, kann die geset­zlich erforder­liche Schrift­form nach § 130 Nr. 6 ZPO entwed­er dadurch gewahrt wer­den, dass dieser mit einges­can­nter Unter­schrift des Erk­lären­den über­mit­telt wird, oder dadurch, dass auf dem Schrift­satz der Hin­weis ange­bracht wird, dass der benan­nte Urhe­ber wegen der gewählten Über­tra­gungs­form nicht unterze­ich­nen kann1.

Danach hat­te der Beklagte in dem hier vom Bun­des­gericht­shof entsch­iede­nen Fall inner­halb der Beru­fungs­frist mit der per Tele­fax einge­gan­genen Beru­fungss­chrift formwirk­sam Beru­fung ein­gelegt. Da vor­liegend der bes­tim­mende Schrift­satz als Com­put­er­fax über­sandt wor­den ist, ist die nach § 130 Nr. 6 ZPO erforder­liche Schrift­form durch die Beifü­gung der einges­can­nten Unter­schrift des Prozessvertreters gewahrt wor­den. Ent­ge­gen der Ansicht des Ober­lan­des­gerichts Nürn­berg2 bedarf es nicht der nach­fol­gen­den Übersendung ein­er vom Prozess­bevollmächtigten eigen­händig unterze­ich­neten Beru­fungss­chrift. Vielmehr erfüllt das im Übri­gen den geset­zlichen Anforderun­gen genü­gende Schrift­stück, das mit Com­put­er­fax über­sandt wor­den ist, für sich die Anforderun­gen an einen bes­tim­menden Schrift­satz, wenn ihm eine einges­can­nte Unter­schrift des Prozess­bevollmächtigten ange­fügt ist.

Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 17. April 2018 — XI ZB 4/17

  1. GmS-OBG, Beschluss vom 05.04.2000 — GmS-OGB 1/98, BGHZ 144, 160, 164 f.; BGH, Urteil vom 10.05.2005 — XI ZR 128/04, NJW 2005, 2086, 2087; BGH, Beschlüsse vom 10.10.2006 — XI ZB 40/05, WM 2006, 2331 Rn. 8; und vom 14.10.2015 — XI ZB 13/13, NJW-RR 2015, 624 Rn. 10; vgl. auch BVer­fG, NJW 2007, 3117, 3118 []
  2. OLG Nürn­berg, Beschluss vom 21.12.2016 — 12 U 2117/16 []