Feh­len­de Ver­hand­lungs­fä­hig­keit – im Wider­rufs­ver­fah­ren

Feh­len­de Ver­hand­lungs­fä­hig­keit begrün­det im Ver­wal­tungs­ver­fah­ren, anders als im Straf­pro­zess, kein Pro­zess­hin­der­nis.

Feh­len­de Ver­hand­lungs­fä­hig­keit – im Wider­rufs­ver­fah­ren

Das Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­recht ent­hält kei­ne Rege­lun­gen über die Unter­bre­chung, das Ruhen­las­sen oder die Aus­set­zung des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens. Ob ein Ver­fah­ren aus sach­li­chen Grün­den vor­über­ge­hend nicht zu betrei­ben ist, liegt, soweit nicht beson­de­re gesetz­li­che Rege­lun­gen getrof­fen sind, im pflicht­ge­mä­ßen Ver­fah­ren­ser­mes­sen der Behör­de [1]. Dabei hat die Behör­de schüt­zens­wer­te Inter­es­sen der Betei­lig­ten, aber auch der All­ge­mein­heit an einem zügi­gen Ver­fah­ren zu wah­ren.

Der Wider­ruf der Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft aus den in § 14 Abs. 2 BRAO genann­ten Grün­den liegt im öffent­li­chen Inter­es­se an der Auf­recht­erhal­tung einer funk­ti­ons­fä­hi­gen Rechts­an­walt­schaft und der Wah­rung von deren Anse­hen und Inte­gri­tät. Gegen die Durch­füh­rung des Wider­rufs­ver­fah­rens trotz feh­len­der Ver­hand­lungs­fä­hig­keit bestehen daher schon im Grund­satz kei­ne recht­li­chen Beden­ken.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Dezem­ber 2016 – AnwZ (Brfg) 39/​16

  1. vgl. Kopp/​Ramsauer, VwVfG, 17. Aufl., § 9 Rn. 30 ff.[]