Die Kosten einer Scheidung und ihre Zusammensetzung

Die Scheidung bedeutet für das Paar viel Stress und ist belastend, vor allem dann, wenn die Harmonie nicht mehr gegeben ist. Wenn es schwierig wird, eine einvernehmliche Scheidung abzuwickeln, kann das die Kosten nach oben treiben. Zwar kostet jedes Scheidungsverfolgen Geld, doch wenn weitere Aspekte geregelt werden müssen, können die Kosten ansteigen.

Die Kosten einer Scheidung und ihre Zusammensetzung

Welche Kosten bei einer Scheidung anfallen

Wer sich scheiden lässt, stellt sich schnell die bange Frage nach der Kostenhöhe. Die günstigste Variante ist die einvernehmliche Scheidung, bei der sich das Paar gemeinsam vom Anwalt vertreten lässt und über alle Eventualitäten bereits im Vorfeld einig ist. Das Verfahren wird aber dennoch vor dem Familiengericht durchgeführt, denn nur dort kann die Ehescheidung rechtsgültig beschlossen werden. Dabei besteht die Verpflichtung zum Hinzuziehen eines Anwalts, sodass zwei Kostenfaktoren immer anfallen:

  • Die Anwaltskosten des Paares
  • Die Gerichtsgebühren

Die Höhe dieser Kosten sind allerdings unterschiedlich und richten sind nach dem Verfahrenswert. Bis 2009 sprach man hier vom Streitwert. Ein seriöser Anwalt berät hierzu schon im Vorfeld und kann einen Überblick verschaffen, mit welchen Kosten am Ende zu rechnen ist.

Je nach individuellem Fall können weitere Kosten für Kindesunterhalt, Ehegattenunterhalt, Zugewinnausgleich und vieles mehr anfallen. Auch hier gibt der Anwalt wichtige Tipps und berät, um die Kosten so gering wie möglich zu halten, aber gleichzeitig ein realistisches Bild zu vermitteln.

Die Zusammensetzung des Verfahrenswert bei der Scheidung

Sowohl die Anwaltsgebühren als auch die Gerichtskosten werden am Verfahrenswert festgemacht. Wie hoch dieser ehemalige Streitwert angesetzt wird, hängt an vier Faktoren:

  • Anzahl vorhandener und unterhaltsberechtigter Nachkommen
  • Versorgungsausgleich
  • Gesamtvermögen des Paares
  • Nettoeinkommen beider Partner

Die Anwaltskosten selbst können jedoch nicht nur am Verfahrenswert berechnet werden, sondern hängen auch vom Umfang der Tätigkeiten ab. Wenn es zu Streitigkeiten kommt, Güteverhandlungen nötig sind und viel Schriftverkehr erfolgt, können die Kosten nach oben steigen. Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz hat wichtige Vorgaben erlassen, so dass eine Notsituation nicht ausgenutzt werden kann.

Einsparmöglichkeiten für die Scheidungskosten sind denkbar

Wenn sich das Paar einvernehmlich auf die Scheidung geeignet hat, reicht ein Anwalt für beide Parteien aus. Das reduziert die Scheidungskosten bereits, denn die anfallenden Anwaltsgebühren können dann geteilt werden. Damit diese gemeinsame Vertretung möglich ist, muss das Trennungsjahr bereits abgelaufen sein. Außerdem müssen beide Partner in die Scheidung einwilligen und es muss zuvor bei allen strittigen Punkten eine Einigung erzielt worden sein.


Je weniger Streitigkeiten, desto weniger Kosten entstehen beim Scheidungsverfahren. Manchmal kann es hilfreich sein, einen Mediator zu Rate zu ziehen, um strittige Themen zu klären, bevor die Scheidung schließlich bei Gericht beantragt wird.